Wer an das Abfallbehandlungszentrum (ABZ) in Lahe denkt, dem kommen meist moderne Sortieranlagen und emsige Müllfahrzeuge in den Sinn. Doch nur ein paar Meter weiter, hoch oben auf dem renaturierten Nordberg, zeigt sich eine völlig andere, fast schon idyllische Kulisse: Grüne Hügel, das Summen unzähliger Bienen und eine Herde von rund 200 Schafen, die gemächlich grasen.
Bei einem gemeinsamen Spaziergang über das Gelände erklärt Florian Volk, stellvertretender Geschäftsführer und Leiter Abteilung Abfallbehandlung von aha, wie perfekt moderne Abfallwirtschaft und aktiver Naturschutz hier oben Hand in Hand gehen.
Der „tierische Arbeitsvertrag“ auf dem Berggipfel
Statt lauter, spritfressender Mähmaschinen setzt aha auf dem Nordberg auf eine weitaus charmantere und ökologischere Lösung: eine eigene Schafherde. Für Florian Volk ist dieses Projekt eine absolute Win-Win-Situation für die Umwelt und die Gebührenzahler. Die rund 200 Schafe halten den Bewuchs auf den steilen Hängen kurz, düngen den Boden ganz natürlich und sparen aha die hohen Kosten für eine maschinelle Pflege.
Doch die Vierbeiner haben noch eine weitere, überraschend technische Aufgabe. Während sie gemütlich über die Hänge ziehen, leisten ihre Hufe Präzisionsarbeit. Schritt für Schritt „tippeln“ sie den Untergrund der sensiblen Deponieabdeckung fest. Sie verdichten den Boden auf eine so sanfte und gleichmäßige Weise, wie es keine schwere Walze jemals könnte. Ein echter ökologischer Masterplan, direkt von der Natur abgeschaut.
Süßes aus Lahe: Der erste eigene „aha-Honig“
Nur ein Stück weiter summt und brummt es kräftig. Weil auf dem renaturierten Nordberg seltene Wildblumen und Kräuter ungestört von städtischen Einflüssen blühen können, hat sich das Areal zu einem echten Paradies für Insekten entwickelt.
Das hat auch einen aha-Kollegen auf den Plan gerufen: Chris Gärtner, der sonst im Alltag für die Wildmüll-Beseitigung und Unterflurbehälter im Einsatz ist, betreut in seiner Freizeit leidenschaftlich gern eigene Bienenvölker. Im Frühjahr hat er einige Kästen auf dem Nordberg aufgestellt. Mit vollem Erfolg: Satte 40 Kilogramm des ersten exklusiven „aha-Honigs“ konnte er bereits ernten und schleudern. Das Naturprodukt fängt den „Geschmack von Hannover-Lahe“ perfekt ein und zeigt symbolisch, wie aus einer alten Deponie neuer, wertvoller Lebensraum entsteht.
Natur als Partner für die Zukunft
Für Florian Volk ist das lebendige Treiben auf dem Nordberg mehr als nur ein schönes Vorzeigeprojekt. Es zeigt, wohin der Weg für aha in Zukunft führen soll.
„Wir nutzen die Natur hier ganz bewusst als Partner“, betont Volk beim Blick über das grüne Plateau. „Das ist nachhaltig, schont unsere Ressourcen und zeigt, wie lebendig Hannover an Orten ist, an denen man es vielleicht am wenigsten erwartet.“
Der Nordberg ist damit der beste Beweis: Aus ehemaligen Abfallflächen können grüne Oasen entstehen, in denen Biodiversität und Klimaschutz aktiv gelebt werden.



