Wer kennt es nicht: Die Kiste mit leeren Weinflaschen und Gurkengläsern ist voll, der Weg zum nächsten Container steht an. Was für uns heute völlig selbstverständlich zum Alltag gehört, feiert in diesem Jahr ein echtes Jubiläum: Hannover war vor 52 Jahren die erste deutsche Stadt, die Altglascontainer einführte! Doch wissen Sie wirklich, was alles in den Container darf – und was draußen bleiben muss?
Der aktuelle Aufhänger: Das gehört absolut NICHT in den Altglascontainer
Aktuelle Medienberichte wie jüngst in der Bild zeigen immer wieder, dass beim Glasrecycling noch Luft nach oben ist. Denn Glas ist zwar ein hervorragend recycelbares Material – aber nur, wenn es sortenrein gesammelt wird. Falsch eingeworfene Materialien bringen den Schmelzprozess in der Glashütte massiv durcheinander.
| Gehört in den Altglascontainer (Richtig) | Gehört NICHT in den Altglascontainer (Falsch) |
Verpackungsglas:
| Spezialgläser & Fremdstoffe:
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Warum verursachen Trinkgläser und Porzellan Probleme?
Der Grund liegt in der Physik: Verpackungsglas schmilzt bei rund 1500 Grad. Materialien wie Porzellan, Steingut oder spezielle Trink- und Kristallgläser haben jedoch eine völlig andere Zusammensetzung und einen höheren Schmelzpunkt. Sie schmelzen im Ofen nicht vollständig, hinterlassen störende „Einschlüsse“ im neuen Glas und machen ganze Chargen unbrauchbar!
Richtig entsorgen: Tipps für den Alltag
Wer aktiv zum Umweltschutz beitragen möchte, kann sich an ein paar einfachen Regeln orientieren:
- Vollständig entleeren: Die Glasverpackungen müssen vor dem Einwerfen komplett leer sein – ein zeitaufwändiges Ausspülen ist jedoch nicht notwendig.
- Wohin mit den Deckeln? Schraubverschluss ab und zu Hause in die Gelbe Tonne? Das ist ideal, aber kein Muss. Moderne Recyclinganlagen können Metallverschlüsse automatisch aussortieren. In der wärmeren Jahreszeit empfiehlt es sich zudem, den Deckel draufzulassen, um lästige Insekten und Wespen am Container zu vermeiden.
- Farbtrennung beachten: Getrennt wird nach Weiß-, Grün- und Braunglas. Unklare Farben wie Blau oder Rot gehören übrigens in den Grünglas-Container, da dieser Fehlfarben am besten toleriert.
- Ruhezeiten einhalten: Der Einwurf ist werktags in der Regel von 7 bis 20 Uhr gestattet – Rücksicht auf die Nachbarschaft zahlt sich aus.
Ein halbes Jahrhundert Kreislaufwirtschaft in Hannover
Die Erfolgsgeschichte begann 1974: Damals wurden die ersten Flaschen und Gläser in Kartons an die Straße gestellt und von der Spedition Rhenus-WTAG abgeholt. Die Bevölkerung nahm das Angebot so begeistert an, dass die Zahl der Standorte rasch wuchs. Ab 1976 hielten die bekannten runden „Iglus“ Einzug im Stadtbild.
5.100 t | 26.000 t | 542 |
Die Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) stellt auf den betriebenen Wertstoffinseln die Flächen für die Sammelbehälter zur Verfügung und kümmert sich um die Standplatzreinigung. Die eigentliche Erfassung und Entleerung erfolgt im Auftrag der Dualen Systeme (wie dem Grünen Punkt) über Fachfirmen.
Warum sich das Recycling doppelt lohnt
Glas ist zu 100 Prozent und ohne jeglichen Qualitätsverlust recycelbar – ein echter Kreislaufstoff. Jede Tonne eingesetztes Altglas spart bei der Neuproduktion über 300 kg CO₂ ein, da recyceltes Glas bei deutlich geringeren Temperaturen schmilzt als die Ausgangsrohstoffe. Das spart wertvolle Energie und Ressourcen.
Haben Sie noch alten Glasschmuck oder Restbestände von Bauglas? Hitzebeständiges Glas (wie Auflaufformen), Fensterglas oder Spiegel gehören nicht in den Container, sondern direkt auf den Wertstoffhof. Kleine Mengen Trinkglas oder Keramik entsorgen Sie unkompliziert über den Restmüll. Machen Sie mit – für eine saubere Region Hannover und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft!



