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Akute Gefahr im Laderaum – Wie aha brennende Müllfahrzeuge bekämpft

Ein ständiges Piepen, plötzlich aufsteigender Rauch und wenig später helle Flammen im Laderaum: Brennende Müllfahrzeuge gehören deutschlandweit mittlerweile zu den ernsthaftesten Bedrohungen für Entsorgungsbetriebe. Die Ursache für diese potenziell lebensgefährlichen Vorfälle ist fast immer dieselbe: fälschlicherweise im Hausmüll oder in der Gelben Tonne entsorgte Lithium-Ionen-Akkus und Batterien. Ob aus alten Smartphones, Einweg-E-Zigaretten (Vapes), elektrischen Zahnbürsten oder Kinderspielzeugen – gelangen diese Hochenergiebatterien im Fahrzeug in den Pressmechanismus, werden sie gequetscht oder beschädigt. Die Folge ist eine chemische Kettenreaktion: Sie entzünden sich explosionsartig und setzen die gesamte Ladung binnen Sekunden in Brand.

Für Entsorgungsunternehmen bundesweit bedeutet dies nicht nur enorme finanzielle Schäden durch zerstörte Lkw, sondern vor allem ein unkalkulierbares Risiko für die Gesundheit und das Leben der Einsatzkräfte auf den Straßen.

Was tut aha?

Um die Sicherheit der Teams im alltäglichen Einsatz bestmöglich zu gewährleisten, setzt der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) auf Innovation und vorausschauende Schutzmaßnahmen.

Mehr Sicherheit auf Tour: aha testet innovatives Löschsystem für Müllfahrzeuge

Ein brennendes Müllfahrzeug im fließenden Verkehr oder mitten im Wohngebiet – ein absolutes Horrorszenario. In den vergangenen Jahren mussten unsere Kolleginnen und Kollegen auf den Fahrzeugen leider genau das einige Male erleben. Dank ihres vorausschauenden Verhaltens konnte Schlimmeres verhindert werden: Sie steuerten die betroffenen Fahrzeuge geistesgegenwärtig an abgelegene Orte, um die brennenden Abfälle und Wertstoffe zum Löschen schnellstmöglich abzuladen. Dennoch ging ein Fahrzeug durch einen Brand verloren – es brannte komplett aus.

Der materielle Schaden ist das eine, aber die Gefahr für die Gesundheit unserer Beschäftigten ist ungleich höher. Ein Hauptgrund für die zunehmende und immer extremere Brandgefahr sind Fehlwürfe von Akkus und Batterien, erklärt unser Brandschutzbeauftragter Klaus Huschke: „Sobald diese im Fahrzeug in den Pressmechanismus geraten, werden sie beschädigt, entzünden sich explosionsartig und setzen die Ladung in Brand.“

„Für unsere Müllwerkerinnen und Müllwerker auf der Straße ist das eine unberechenbare Bedrohung“, unterstreicht Frank Bier, stellvertretender Leiter der Abfall- und Wertstoffabfuhr. „Deshalb müssen wir alle technischen Möglichkeiten ausschöpfen, um den Schutz unserer Teams kontinuierlich zu erhöhen.“

Um unsere Teams auf der Straße besser zu schützen, geht aha jetzt neue Wege und unternimmt große Anstrengungen, die Arbeitssicherheit weiter zu erhöhen. Nach dem Vorbild der Abfallwirtschaft in Erfurt testen wir aktuell ein innovatives Löschsystem, das im Inneren der Abfallsammelfahrzeuge verbaut ist. Im Brandfall schließt die Feuerwehr ihr Schlauchsystem seitlich an unser Fahrzeug an und das Löschwasser verteilt sich über Rohre vom Fahrzeugdach aus direkt im brennenden Laderaum. Das umgebaute Fahrzeug ist bereits auf den Touren der Betriebsstätte Buchholz unterwegs.

„Mit diesem System gewinnen wir im Ernstfall entscheidende Minuten, ohne dass unsere Beschäftigten oder die Einsatzkräfte unnötig in Gefahr geraten“, erklärt Frank Bier die Vorteile der Nachrüstung.

Frank Bier, Leiter der Abfall- und Wertstoffabfuhr, im Gespräch: 

Herr Bier, brennende Müllfahrzeuge sind deutschlandweit ein großes Thema. Wie erleben Ihre Lader- und Fahrer-Teams die Situation im Alltag auf Hannovers Straßen?

Frank Bier: „Das Thema ist bei unseren Kolleginnen und Kollegen auf den Wagen täglich präsent. Wenn mitten in der Tour plötzlich Rauch aus dem Ladebehälter steigt, ist das eine extreme Stresssituation. Man hat Sekunden Zeit, richtig zu reagieren. Unsere Teams haben in der Vergangenheit wahre Heldenarbeit geleistet, indem sie betroffene Fahrzeuge noch geistesgegenwärtig an freie Stellen gesteuert haben, um Schlimmeres zu verhindern. Aber das ist kein Dauerzustand. Es ist eine enorme Belastung, zu wissen, dass im Hausmüll tickende Zeitbomben liegen können.“

Mit dem neu getesteten Löschsystem geht aha nun voran. Welchen Unterschied macht dieses System für die Teams im Betrieb?

Frank Bier: „Ein fest verbautes Löschsystem gibt unseren Beschäftigten auf Tour ein Stück Sicherheit und Gelassenheit zurück. Bisher musste die Feuerwehr bei einem Brand aufwendig von außen agieren oder der Müll musste erst abgekippt werden – was die Brandgefahr noch weiter erhöhen kann. Das neue System greift direkt dort an, wo die Gefahr entsteht: mitten im Laderaum.“

Was ist Ihr dringlichster Appell an die Bürgerinnen und Bürger in der Region Hannover?

Frank Bier: „Mir ist vor allem eines wichtig: hinter jeder Mülltonne und jedem Fahrzeug stehen Menschen, die täglich bei Wind und Wetter ihren Job für unsere Region machen. Bitte helfen Sie uns, meine Kolleginnen und Kollegen zu schützen! Batterien und Akkus haben schlichtweg nichts im Restmüll oder in der Gelben Tonne zu suchen. Nutzen Sie bitte die kostenlosen Rückgabemöglichkeiten bei aha oder im Handel.“

Was können Kundinnen und Kunden tun?

Technische Innovationen auf den Fahrzeugen sind ein wichtiger Schutzschirm, doch die effektivste Vermeidung von Bränden beginnt direkt bei Ihnen zu Hause. Richtige Mülltrennung schützt Leben!

  • Akkus und Batterien NIEMALS in den Restmüll oder in die Gelbe Tonne werfen: Entsorgen Sie Batterien und Akkus niemals im normalen Hausmüll.
  • Rückgabestellen im Handel nutzen: Überall dort im Handel, wo Batterien und Akkus verkauft werden, stehen grüne Sammelbehälter für die kostenfreie Rückgabe bereit.
  • Wertstoffhöfe und Sammelstellen von aha nutzen: Kleine Gerätebatterien und Akkus unter 500 g können Sie auf den aha Wertstoffhöfen abgeben. Große Akkus (z. B. E-Bike-Akkus) werden im Sonderabfallzwischenlager Lahe entgegengenommen.
  • Pole abkleben: Kleben Sie vor der Entsorgung die Pole von Lithium-Batterien und -Akkus mit Klebeband ab, um Kurzschlüsse zu vermeiden.
  • Informationen & Kampagnen: Mehr Details zur richtigen Entsorgung finden Sie auf der aha-Webseite unter Akkute Gefahr sowie in der allgemeinen Übersicht zur Sonderabfallentsorgung.

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