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Wärme to go

Mit Hilfe von mobilen Wärmespeichern und einem E-LKW transportiert aha klimaneutrale Abwärme aus der Bioabfallvergärung zu kommunalen Partnern in Isernhagen und Hannover-Misburg. Die sogenannte „Wärme-to-go“ ersetzt fossile Brennstoffe und leistet somit einen Beitrag zur Energiewende.

15 Minuten dauert die 7 km lange Fahrt vom Abfallbehandlungszentrum Lahe zum Schulzentrum.

17.000 Liter Natriumacetat-Trihydrat fasst ein mobiler Wärmespeicher

Je nach Bedarf und Witterung erfolgen die Speicherwechel mehrmals pro Woche und an manchen Orten täglich. Die Benachrichtigung geschieht automatisiert per SMS.

Je nach Speichertyp werden 1.500 bis 2.200 kWh Wärmeenergie bereitgestellt. Das entspricht ca. 150 bis 220 Litern Heizöl oder 150 bis 220 m³ Erdgas und spart mit jeder Fahrt ca. 342 bis 501 kg CO².

40 km/h fährt die gedrosselte Elektro-Zugmaschine von Terberg mit 138 KW. Das entspricht 190 PS.

Restabfälle behandeln

Bis zu 200.000 t Restabfälle behandelt aha jedes Jahr in der mechanisch-biologischen Abfallaufbereitung (MBA) in Hannover-Lahe. Dabei wird der organische Anteil des Restabfalls von Bakterien in Gärtürmen zersetzt und es entsteht Methangas (CH4). Dies wiederum bildet die energetische Grundlage für die folgenden Prozesse.

Räume beheizen

Am Zielort angekommen wird der Wärmespeicher an das Heizungssystem des Empfängers angeschlossen. Aus den Systemtemperaturen ergibt sich ein Gefälle zwischen z.B. 40 oder 45°C Vorlauf und 30 bis 35°C Rücklauf. Damit kann der Speicher bis unter 40 °C abgekühlt werden und die Kristallisationswärme voll zur Geltung kommen. Wenn keine Wärme mehr übertragen wird, sendet das System eine SMS an aha und der Tauschprozess wird eingeleitet. 

Strom und Wärme produzieren

Beim Verbrennen des Methans in den Gasmotoren-Blockheizkraftwerken entsteht Strom und Abwärme. Die Hälfte des Stroms wird selbst (z.B. für die E-Zugmaschine) genutzt, die andere wird ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Mit dem Großteil der Abwärme werden Betriebsgebäude beheizt. Der Rest geht in die Wärmespeicher. Hierin wird das Salz Natriumacetat-Trihydrat auf 85 bis 90 Grad erhitzt und somit verflüssigt. Durch die Verflüssigung des kristallinen Salzes kann gegenüber dem gleichen Volumen an Wasser mehr als die doppelte Energie aufgenommen werden.

Kreisläufe schließen

Der Prozess von Verflüssigung und Kristallisation kann unendlich oft wiederholt werden. Die gewonnene Energie aus Restmüll wird erneut in den Wärmespeicher geleitet und der Zyklus beginnt von neuem. Dank dieses innovativen Verfahrens kann auf den Einsatz von fossilen Brennstoffen verzichtet und somit der CO2-Ausstoß reduziert werden. Ein gelungenes Beispiel für Klimaschutz und Energiewende.

FAQ

Im Abfallbehandlungszentrum Hannover-Lahe entsteht Methangas auf zwei Wegen: bei der Behandlung von Restabfall in der mechanisch-biologischen Restabfallbehandlungsanlage (MBA) und bei dem Absaugen aus den stillgelegten Deponiekörpern. Dieses wird in Blockheizkraftwerken (BHKW) durch Gasmotoren verstromt, wobei nicht vermeidbare Abwärme entsteht. Der Strom wird in gleichen Teilen selbst genutzt und in das Stromnetz eingespeist. Die Abwärme wird ebenfalls zur Gebäudebeheizung und Warmwasserbereitung genutzt, aber auch zu Partnern transportiert.

Die Antwort darauf liefert das Prinzip der Latentwärme. Hierbei wird an Stelle von Wasser das Salz Natriumacetat-Trihydrat in wässriger Lösung in mobilen Wärmespeichern genutzt. Bei gleichem Volumen kann das Salz durch das Wechselspiel von Kristallisation und Verflüssigung die doppelte Menge Energie aufnehmen und wieder abgeben – und zwar beliebig bzw. unendlich oft. Im kleinen Rahmen kennt man dieses Verfahren übrigens von Taschenwärmern.

Zur effizienteren Energienutzung hat aha bereits 2014 mit der Gemeinde Isernhagen als Wärmeinteressent und Projektpartner Wärme-to-go initiiert. Von 2017 bis 2021 wurde es als Modellprojekt des Bundesumweltministeriums und Teil der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert, um die Infrastruktur zur Containerbeladung und die Wärmecontainer zum Wärmetransport anzuschaffen. Zunächst wurde nur der Campus Isernhagen mit Wärme-to-go versorgt. Mittlerweile sind auch das Rathaus und die Jakobischule in Isernhagen angeschlossen. Nach Ende der Modellphase hat auch die Landeshauptstadt angesichts des Ukrainekrieges die Beheizung des neu gebauten Misburger Bades auf die Einbindung von Wärme-to-go umgestellt und ursprünglich geplante Gas-Blockheizkraftwerke durch Wärmepumpen ersetzt. 

Wärme-to-go ersetzt den Einsatz fossiler Brennstoffe wie Erdgas oder -öl. Die Fahrten werden mit einer Elektro-Zugmaschine durchgeführt, was auch beim Transport Treibhausgase verhindert. Damit handelt es sich um einen wichtigen Beitrag zur Energiewende, zur Kostenverlässlichkeit und zur Erreichung von Klimaschutzzielen.

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