Wasserstoffantrieb

aha fährt mit Wasserstoff in die Zukunft

Wasserstoff hinterlässt beim Verbrennen praktisch keine Abgase, sprich Emissionen. Gut fürs Klima ist er vor allem dann, wenn er mit erneuerbaren Energien hergestellt wird. Um die innovative Entwicklung voranzutreiben, leistet aha Pionierarbeit.

Weil es bisher nur wenig Erfahrung aus dem Einsatz von Müllwagen gibt, die von einer Brennstoffzelle angetrieben werden, will aha mit einem eigens angeschafften Wasserstoff-Abfallsammelfahrzeug wertvolle Daten sammeln. Unterstützt wird der Zweckverband vom Land Niedersachsen, welches das Projekt mit Landesmitteln fördert.

Aus gutem Grund: Denn Wasserstoff gilt als zukunftsträchtiger Energieträger. Er wird durch den chemischen Prozess der Elektrolyse gewonnen. Das heißt, mithilfe von Strom wird Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufgespaltet. Der Wasserstoff speichert so Energie. In Brennstoffzellen reagiert er dann mit Sauerstoff wieder zu Wasser, so dass sich hier der Kreis schließt. Dabei wird die zuvor gespeicherte Energie frei und kann beispielsweise E-Motoren antreiben.

Das erste Fahrzeug soll bis Ende 2020 auf Hannovers Straßen eingesetzt werden. Welche Dimensionen eine Umstellung des gesamten aha-Fuhrparks der Müllabfuhr hätte, zeigen eindrucksvoll diese Zahlen: aha setzt im Raum Hannover täglich 230 Abfallsammelfahrzeuge ein, die eine Fahrstrecke zwischen 80 und 120 Kilometern zurücklegen und durchschnittlich 55 Liter Diesel je 100 Kilometer verbrauchen. Die Abgase, die dabei ausgestoßen werden, fallen bei der Brennstoffzelle weg, was die Luft sauberer hält. Und auch gegenüber dem Elektroantrieb mit Akku-Speicher hat diese Technik Vorteile: „Mit einem Brennstoffzellenfahrzeug haben wir im Vergleich zu einem reinen Elektrofahrzeug eine deutlich höhere Reichweite und eine wesentliche kürzere Lade- und Tankzeit“, erklärt Dunja Veenker, Abteilungsleiterin Abfall- und Wertstoffsammlung bei aha. Außerdem würden die schweren Akkus der E-Mobile die Nutzlast zu stark herabsetzen. Die hohe Energiedichte des Wasserstoffs ermögliche es hingegen, den Sammelbetrieb bei derzeitiger Nutzlast abzuwickeln.

Ökologische Verantwortung gehört zum Kerngeschäft von aha

Die Entscheidung für den Test eines wasserstoffbetriebenen Entsorgungsfahrzeugs unterstreicht die Rolle von aha als Vorreiter innovativer Umweltschutzmaßnahmen. Ökologische Verantwortung gehört zum Kerngeschäft, weil aha durch das Sammeln und Verwerten von Abfällen und durch die Stadtreinigung unmittelbar zum Klimaschutz und einer sauberen Umwelt beiträgt. Der Wasserstoffantrieb führt die bisherige Strategie von aha fort.

Hinzu kommt, dass die EU-Richtlinie zur Beschaffung emissionsarmer Fahrzeuge – die sogenannte „Clean vehicle directive“ aus dem Jahr 2019 – bis 2025 eine verbindliche Quote für die Neubeschaffung emissionsfreier Fahrzeuge festlegt. „Vor dem Hintergrund des Klimawandels haben wir uns dazu entschlossen, uns schon vor 2025 auf den Weg hin zu einer emissionsfreien Abfallentsorgung zu machen“, so aha-Geschäftsführer Thomas Schwarz.

aha prüft eigene Wasserstofftankstelle

Um bei der Abfallsammlung ganz ohne Emissionen auszukommen, ist es zudem wichtig, für die Herstellung von Wasserstoff ausschließlich erneuerbare Energien zu verwenden. Das ergibt den sogenannten grünen Wasserstoff. Deshalb prüft aha „in einem zweiten Schritt eine eigene Produktion grünen Wasserstoffs auf dem Deponiestandort Hannover-Lahe“, sagt aha-Geschäftsführer Thomas Schwarz: Mit Energie aus einer Photovoltaik-Anlage auf dem Deponieberg und der Verstromung des in der MBA aus Restmüll gewonnenen Methangases könnte Wasserstoff per Elektrolyse gewonnen und in einer aha-eigenen Wasserstofftankstelle zur Verfügung gestellt werden.

 

aha on Air: Experteninterview bei Radio Hannover

Warum setzt aha auf die neue Antriebstechnik? Was ist der Unterschied zwischen Elektroantrieb und Brennstoffzelle und wie sieht unsere Vision einer modernen Kreislaufwirtschaf mit grünem Wasserstoff aus?

Diese und weitere Fragen beantwortet Frank Bier, stellvertretender Abteilungsleiter der Abfall- und Wertstoffsammlung, im Interview mit Dennis Pumm, Moderator bei Radio Hannover.