Einkaufen früher und heute

Milchkanne versus Joghurtbecher

Um auf Veränderungen in der Müllentwicklung hinzuweisen, ist es nicht unbedingt nötig, bis ins Mittelalter zurückzugehen. Allein in den letzten 30 Jahren hat sich das Einkaufsverhalten und damit die Müllproduktion gewandelt.

Früher wurden die meisten Waren lose verkauft, die von den KundInnen in mitgebrachten und immer wieder verwendeten Behältnissen transportiert wurden. Einige Waren wurden auch in ein Blatt (Zeitungs-) Papier eingeschlagen. Die Funktion der Verpackung hat sich inzwischen wesentlich verändert. Viele Waren haben einen wesentlich längeren Transportweg von der Produktion bzw. dem Heranwachsen über die Verarbeitung bis zum Geschäft hinter sich.

Angesichts globalisierter Märkte sind tausende Kilometer kein Einzelfall. Die Verpackung soll die Ware schützen und sie muss erhöhten hygienischen Ansprüchen genügen. Auch die Wandlung der Geschäfte in Supermärkte mit Selbstbedienung hat Folgen für die Verpackung.  

Sie ist ein wichtiges Werbemedium für ein Produkt gegenüber dem Konkurrenzprodukt 10 cm weiter. Durch ein ansprechendes Äußeres regt die Verpackung zum Kauf an. So genannte "Mogelpackungen" täuschen eine größere Menge an Inhalt vor, als tatsächlich vorhanden. Bemerkt wird der Schwindel, wenn überhaupt, erst zu Hause. Der Gesetzgeber spricht heute laut Verpackungsverordnung (VerpackV) von:

Transportverpackungen,
die dem Schutz der Produkte auf dem Weg vom Hersteller zum Vertreiber dienen und für die nötige Sicherheit während des Transportes sorgen. Diese Verpackungen müssen vom Hersteller/Vertreiber wieder zurückgenommen werden.

Umverpackungen,
die die Abgabe der Ware in Selbstbedienung ermöglichen und vor Diebstahl schützen. Die KundInnen können diese Verpackungen im Geschäft in dafür vorgesehenen Sammelbehältern zurücklassen.

Verkaufsverpackungen,
die vom Verbraucher bzw. der Verbraucherin für den Transport und während des Verbrauchs verwendet werden. Sind es "Einweg-Verpackungen", so sind sie mit dem Grünen Punkt gekennzeichnet und können in die Wertstoffsammlung (Altpapier, Altglas und Gelber Sack) gegeben werden.

Die Milchkanne - das unbekannte Wesen

Verpackungskunst

So wird es gemacht:

  • Aus Werbeprospekten schneiden die Kinder verschiedene Waren mit oder ohne Verpackungen aus und stellen eine Collage her.
  • Sie überlegen, in welche Materialien die Waren früher, in welche sie heute verpackt werden. Das geht am besten anhand eines Einkaufszettels. Es sollen z.B. Milch, Brot, Kartoffeln, Zwiebeln eingekauft werden.

 

So hätte der Einkaufszettel früher ausgesehen:
2 l Milch,
3 Pfund Brot
2 kg Kartoffeln
5 Zwiebeln


Und so sieht der Einkaufszettel heute aus:
2 Packungen Milch
3 Packungen Brot
1 Beutel Kartoffeln
1 Beutel Zwiebeln

  • Welche Unterschiede fallen den Kindern hinsichtlich Verpackung, Mengenangaben auf?
  • Daran knüpft sich die Frage, wie die Waren früher nach Hause transportiert wurden und wie dies heute geschieht, über welche Entfernungen?
  • Welche Funktionen haben Verpackungen?
  • Welche natürlichen Verpackungen kennt die Natur: Apfel-, Bananenschale, Eierschale, Nussschale etc.


Zeitreise in die Vergangenheit...
Heute steht für fast jeden Arbeitsablauf ein Elektrogerät zur Verfügung. Vor hundert Jahren ist man mit sehr viel weniger Geräten ausgekommen, musste allerdings auch auf manche Bequemlichkeit verzichten.

Neben vielen nützlichen und sinnvollen Elektrogeräten gibt es auch elektrische Haushaltsgeräte von geringem und fraglichem Nutzen: das elektrische Messer, die elektrische Zitronenpresse, das Folienschweißgerät oder der elektrische Dosenöffner.

Doch jedes Elektrogerät beinhaltet giftige Schadstoffe sowie begrenzte Rohstoffe und vergrößert so irgendwann einmal den Berg des Elektroschrotts, der aufwendig entsorgt werden muss.

Die Kinder stellen sich vor, dass sie einen Zeitreisenden aus der Vergangenheit treffen. Dieser Mensch ist sehr erstaunt über die vielen geheimnisvollen Apparate, die in unserer Zeit überall benutzt werden und möchte wissen, wozu sie gut sind.

  • Alle suchen sich ein Gerät aus und verfassen neben einer detaillierten Gebrauchsanweisung auch Nutzungshinweise für das Gerät, ohne jedoch den Namen des Geräts zu nennen.
  • Fällt es ihnen schwer, eine sinnvolle Begründung für die Benutzung ihres Gerätes zu finden?
  • Können die anderen erraten, um welches Elektrogerät es sich handelt?
  • Wie haben die Menschen vor Erfindung dieses Gerätes die Tätigkeit ausgeführt? 

...und in die Zukunft

In den Regalen der Lebensmittelgeschäfte stehen besonders viele Wegwerfartikel. Die Herstellung eines Joghurtbechers aus Kunststoff z. B. dauert nur wenige Sekunden, in wenigen Minuten ist er ausgelöffelt und weggeschmissen. So kann er Jahrhunderte überdauern.  

Mit einer Zeitreise in die Zukunft lässt sich das verdeutlichen. Die Kinder stellen sich vor, sie wären ArchäologInnen des 25. Jahrhunderts, die bei Ausgrabungen sensationelle Dinge gefunden haben: Gebrauchsgegenstände aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Hier bieten sich besonders solche Gegenstände an, die heute in großen Mengen als Wegwerfartikel in den Müll wandern: Getränkedose, Kapsel aus dem Überraschungsei, Joghurtbecher, kleine Figuren etc. aus Kunststoff.

So wird´s gemacht: 

Jedes Kind nimmt einen ihm "unbekannten" Gegenstand und beschreibt diesen, ohne den Namen zu nennen: sein Aussehen und den vermutlichen Gebrauchswert und Nutzen dieses Fundes. 

  • Wenn die Berichte fertig sind, werden sie vorgelesen, und die anderen versuchen zu erraten, welcher Gegenstand das wohl sein mag.
  • Gibt es Möglichkeiten, wie die Menschen im 25. Jahrhundert ohne solche Wegwerfartikel auskommen könnten? Geht das auch schon heute?
  • Die Gegenstände mit der jeweiligen Beschreibung können in der Schule ausgestellt werden, z.B. wie Museumsgegenstände in Vitrinen, auf Podesten oder in aufwendigen Rahmen.
  • In der Archäologie werden Zeiten oder Kulturen nach den Werkstoffen benannt, die sie vorwiegend verwandten, aber auch nach den Dingen, die sie herstellten. Man spricht deshalb von der Steinzeit, der Bronzezeit, der Eisenzeit und von der Trichterbecherkultur, der Glockenbecherkultur etc..
  • Wie bezeichnen Forscherinnen und Forscher des 25. Jahrhunderts wohl unsere Zeit und unsere Kultur? Die Plastikzeit, die Elektrogerätezeit, die Joghurtbecherkultur? 

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