Allgemeines

Wo bekomme ich Abfallsäcke?

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Weniger Mülltrennung?

Führen die neue Gebührenstruktur und die Einführung der Tonne im Umland nicht automatisch dazu, dass die Bewohnerinnen und Bewohner mangels Anreizen künftig auf die bewährte Abfalltrennung und Abfallvermeidung verzichten werden?

Nein. Die Tonne führt nicht automatisch dazu, dass irgendjemand mehr Müll erzeugt. Und der Sack führt nicht zwangsläufig dazu, dass Müll vermieden wird. Auch wenn es auf den ersten Blick so scheint, da Menschen im Umland bisher 15 Liter Abfall pro Woche produzieren und Bewohnerinnen und Bewohner der Landeshautstadt 20 Liter pro Woche.

Bei genauerer Betrachtung dreht sich das Bild um. Denn: Die reine Literangabe im Vergleich von Sack zu Tonne ist keine tragfähige Kenngröße, weil das spezifische Gewicht variiert. Durch die Verdichtung des Restabfalls ist der Sack-Liter deutlich schwerer als der Tonnen-Liter. Rechnet man das spezifische Gewicht für ein Jahr aus, erzeugte der Mensch im Umland 140,4 kg (Durchschnittswert im ländlichen Gebiet gemäß Studie des Verbands Kommunaler Unternehmen (VKU) mit Zahlen aus 2011: 129,2 Kilogramm), Einwohnerinnen und Einwohner der Landeshauptstadt Hannover hingegen nur 131 Kilogramm (VKU-Durchschnittswert in der Großstadt: 219,1 Kilogramm) und damit deutlich weniger. Es ist also ein Trugschluss, dass die Sackabfuhr entgegen der Tonnenabfuhr zu mehr Müllvermeidung und einer besseren Mülltrennung führt.

aha verfolgt das Ziel, die Verwertungssysteme weiterhin attraktiv zu gestalten. Engagierten Mülltrennerinnen und -trennern soll die Verwertung leicht gemacht werden. Parallel soll ein ausreichend großes Restmüllvolumen bereitgestellt werden, damit die Menschen ihren Restmüll nicht in wertvollere Fraktionen wie Bio- oder Papiermüll werfen und diese damit verunreinigen. Ein zu gering bemessenes Restmüllvolumen, ob Sack oder Behälter, führt beispielsweise dazu, dass anfallender Müll auf anderem Wege „entsorgt“ wird.


Tonnenumstellung teuer?

Die Umstellung auf die Tonne kostet  die Einwohnerinnen und Einwohner der Region Hannover jährlich etwa 4 Euro mehr und addiert sich auf 4,2 Millionen Euro pro Jahr. Wenn die Menschen im Umland den Sack als Tonnenersatz und Behälteralternative auch dauerhaft nutzen können, warum muss das Abfuhrsystem dann überhaupt umgestellt werden?

Die Frage impliziert, dass trotz der Umstellung des Regelsystems auf „Tonne“ ausnahmslos alle Menschen im Umland den neuen Restmüllsack als Tonnenersatz wählen. Das ist nicht so. Mit Blick auf die Anschlussgrade bei der O-Tonne und der Papiertonne im Umland ging aha davon aus, dass sich zahlreiche Kundinnen und Kunden für die Tonne entscheiden werden. Und die Befragung hat gezeigt: Viele Menschen haben sich für die Tonne entschieden und stützen damit die Entscheidung für die Systemumstellung. Somit sind beispielsweise die Investitionskosten in neue Fahrzeuge, die sowohl die Tonne als auch den Sack abfahren können, zwingend.


Warum kein Chipsystem?

Was spricht gegen den anderswo erfolgreichen Einsatz von Chips an den Mülltonnen, um die wirklich exakte Abfuhrmenge (bzw. die Anzahl der Leerungen) zu registrieren?

Es gibt drei gute Gründe, die in der Region Hannover gegen ein Identsystem – ob Chip- oder Wiegesystem – sprechen. Erstens würde die Einführung eines Ident-Systems die Kosten für den Systemwechsel hin zur Tonnenabfuhr durch Kosten für den Chip, die Umrüstung und die laufenden Systemkosten noch einmal deutlich verteuern (Bezahlbarkeit).

Zweitens geht das Chipsystem üblicherweise mit der Einzelabrechnung von ergänzenden Serviceleistungen wie Grüngutannahmestellen oder Wertstoffhöfen einher (Ausstieg aus dem Solidarsystem), worunter die Lenkungswirkung in Richtung Wertstoffsammlung und Recycling leidet.

Drittens ist das System nur in Gebieten mit Ein- bis Zwei-Familienhäusern realistisch, denn nur hier lassen sich die Verursacher des Abfalls direkt ermitteln (Gerechtigkeit). Die Bebauungsstruktur in der Stadt Hannover und den Städten und Gemeinden im Umland ist dafür nicht geeignet. Außerdem ist im Chipsystem zwar kein Mindestvolumen vorgegeben, dafür aber Mindestleerungen.


Nur noch eine Sackgröße?

Früher gab es zwei verschiedene Sackgrößen. Warum gibt es jetzt die einheitlichen 20 Liter-Restabfallsäcke?

aha hat sich entschieden, ab 2019 ausschließlich den 20 Liter Restabfallsack anzubieten. Die Schonung wertvoller Ressourcen und ein verantwortungsvoller Umgang mit Gebühren aller Kundinnen und Kunden aus der Region Hannover steht hierbei im Vordergrund.

Zum Hintergrund: Die Mehrheit der Kundinnen und Kunden nutzt das Mindestabfallvolumen. Da eine Rolle mit 26 Säcken à 20 Liter Restabfallvolumen dem jährlichen Mindestbedarf einer Person entspricht und hierbei der Restabfallsack im gewohnten 14- täglichen Rhythmus abgeholt wird, handelt es sich somit um die optimale Sackgröße.

Es gab durch die Produktion und Vorhaltung von zwei verschiedenen Restabfallsackgrößen, 20 Liter und 32,5 Liter, am Ende eines jeden Jahres immer wieder überzählige Sackrollen, die nicht mehr einsetzbar sind. Die einfachste Möglichkeit dies zu vermeiden, ist die Beschränkung auf eine Sackgröße. Auch die Geschäfte können ihren Vorrat besser planen.