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Grundlagen schaffen

Basisarbeit

Hat sich das Projektteam gebildet und wurden die notwendigen Absprachen und Festlegungen getroffen, sollte eine Grundlagenermittlung durchgeführt werden. Sie kann z.B. beinhalten:

Die Erfassung der Müllmengen und der Müllzusammensetzung

  • Die Dokumentation des Ist-Zustandes in den einzelnen Schulbereichen
  • Die Darstellung der Nutzungsgewohnheiten
  • Die Auflistung der Schul- und Unterrichtsaktivitäten zum Bereich Abfallvermeidung
  • Bilanzierung der durchgeführten Umweltbildungsmaßnahmen im Bereich "Abfall"

 

Wie tief dabei eingestiegen wird, ist davon abhängig, ob das Team alleine diese Ermittlungen durchführt, oder ob z.B. im Rahmen einer Projektwoche oder AG-Arbeit das Vorgehen schulweit unterstützt wird.

Beispiel Müllanalyse
Um die Müllmengen und deren Zusammensetzung einschätzen zu können, ist eine Müllanalyse zu Beginn sinnvoll. Über einen Zeitraum von beispielsweise vier Wochen wird unter Federführung des Hausmeisters bzw. der Hausmeisterin immer zum selben Zeitpunkt eine Sichtung der Abfall und Wertstoffbehälter durchgeführt.

Die Ergebnisse werden in einer Art Protokoll festgehalten. Am Füllgrad kann abgelesen werden, ob der Behälter für die anfallende Abfallmenge richtig dimensioniert ist. Ein Blick auf den Inhalt zeigt, wie gut getrennt wird. Die Fehlwürfe besonders in den Wertstoffbehältern lassen per Augenmaß erkennen, wie genau Wertstofftrennung in der Schule genommen wird.

Parallel dazu können die Sammelgefäße der einzelnen Räumlichkeiten im Schulgebäude untersucht werden. Dazu kann in einer großen Pausenhallenaktion der Müll, separiert nach Herkunftsbereichen, ausgekippt und von Hand sortiert, verwogen und das Ergebnis in einer Liste festgehalten werden.

Tipps zur Vorgehensweise:
1. Für die Müllanalyse sind ein bis mehrere Tage einzukalkulieren. Die Aktion sollte wegen möglicher Geruchsentwicklung in die kühlere Jahreszeit gelegt werden. Nicht geeignet sind die ersten Tage nach bzw. letzten Tage vor den Ferien, da zu dieser Zeit eine andere Abfallzusammensetzung als im Jahresdurchschnitt vorliegen kann.

2. Außerdem sind einige Vorkehrungen zu treffen. So ist das richtige Handwerkszeug zu organisieren: Handschuhe, Sortierzangen und ggf. Mundschutz. Ein Sortierer bzw. eine Sortiererin sollte entsprechende Arbeitskleidung anhaben, die Schmutz vertragen kann.

Die Fläche, auf die der Müll ausgekippt wird, kann mit einer reißfesten Plane ausgelegt werden. Eine Personenwaage eignet sich für die Verwiegung. Je nachdem, wie viele Abfallsorten Sie erfassen wollen, sind ausreichend viele Behälter bereitzustellen. Für alle diese Maßnahmen müssen Verantwortlichkeiten festgelegt werden. Auch die Entsorgung der Abfälle und die Endreinigung ist mit HausmeisterIn bzw. Reinigungspersonal abzusprechen.

3. Die Abfälle sollten getrennt werden nach Papier/Pappe, Folien, Eisenmetallen, Aluminium, Glas, Verbundstoffe, Nahrungsmittelresten und Kompostierbarem. Eine eingehende Beschäftigung mit den verschiedenen Abfallarten im Vorfeld erleichtert die Sortierung.

4. Die geschätzten Müllmengen der einzelnen Fraktionen sollten gut sichtbar für alle z.B. auf Schildern aufgeschrieben werden. Wichtig ist, die Herkunft der einzelnen Abfallmengen festzuhalten (Fachräume, Klassenräume, Kiosk, Verwaltung, LehrerInnenzimmer etc.).

Nur so kann zum Beispiel ermittelt werden, an welchem Ort welche Mengen anfallen und entsprechend viele Behälter aufgestellt werden sollten. Auch die Länge der Entsorgungswege wird so deutlich.

5. Die Abfalldaten können noch weiter analysiert werden. Wie sehen die Mengen (Gewicht, Volumen) aus, wenn sie auf ein Schuljahr hochgerechnet werden? Welche Einsparpotentiale werden angenommen?

6. Das Ergebnis dieser Analyse gibt Aufschluss über Schwachstellen bei der Getrenntsammlung, über die Art und Zahl der benötigten Sammelgefäße und über die Vermeidungspotenziale an der Schule.

Sie können z.B. zum Abschluss der Aktion auch öffentlich in der Schule gemeinsam mit Schulleitung, LehrerInnen, Schülervertretung und HausmeisterIn diskutiert werden. Das "Stimmungsbild" ist wichtig für die weitere Konzepterstellung.

7. Die Abfallanalyse wird im Idealfall jährlich wiederholt. Erfahrungen aus anderen Kommunen zeigen, dass vor allem bei kleinen Schulen zwischen 60% und mehr der Abfälle durch die Umsetzung eines Abfallkonzeptes vermieden bzw. zur Wiederverwertung gegeben werden können.

Beispiel Abfallrundgang
Eine weitere Möglichkeit, einen umfassenden Überblick über die Abfallsituation an der Schule zu erhalten, ist ein Abfallrundgang durch das gesamte Schulgebäude. Der Rundgang sollte von den SchülerInnen, soweit wie möglich, in kleinen Gruppen selbständig durchgeführt werden.

Die Aktion muss gut im Unterricht oder im Rahmen von Projekttagen vorbereitet werden. Grundlage der Erhebung sind Checklisten, die z.B. vom Projektteam der Schule vorbereitet werden können. Kopierfähige Beispiele für Abfallchecklisten für SchülerInnen finden Sie hier.

Dies sollte vorab geklärt werden:


1. Die Erhebung muss grundsätzlich mit der Schulleitung abgestimmt werden.
Die notwendigen AnsprechpartnerInnen müssen informiert werden, z.B. über ein spezielles Informationsblatt für die einzelnen Bereiche:

  • HausmeisterIn
  • Reinigungspersonal
  • Küchenpersonal
  • Sekretariat
  • FachlehrerInnen

 

2. Welche Informationen sollten am Projekttag den SchülerInnen zur Verfügung stehen:

  • allgemeine Schuldaten (Lageplan, Grundriss, Anzahl Räumlichkeiten, Anzahl SchülerInnen, etc.)
  • Daten zur Abfallentsorgung (Abfallgebührenbescheide, Daten zur Müllabfuhr, Leerungsrhythmus etc.)
  • Abfallsatzung und sonstige Informationsschriften

 

3. Welche Räume müssen während des Projekttages zugänglich sein:

  • alle Klassenräume
  • Fachräume
  • LehrerInnenzimmer
  • Sekretariat
  • Turnhalle
  • Essensräume
  • Kantine/Küche
  • sonstige Aufenthaltsräume
  • Flure
  • Toiletten
  • Schulhof

 

4. Welche Arbeitsmaterialien werden benötigt:

  • Checklisten
  • Fotoapparat, Filmmaterial
  • Taschenrechner
  • Schreibzeug
  • Waage
  • Eimer
  • Handschuhe, Zangen, reißfeste Plane

 

 5. Welche Räumlichkeiten werden benötigt

  • 1-2 Arbeitsräume
  • Raum für die Präsentation
  • genügend Platz für eine Müllanalyse

 

6. Welche Präsentationsmittel sollten vorhanden sein:

  • Papier, dicke Stifte, Scheren, Kleber
  • Stellwände, Metaplanwände
  • Packpapierrollen
  • ggf. Diaprojektor, Videorecorder
  • Tische
  • ggf. Schaukästen (Obstkisten, Kartons, Vitrinen etc.)
  • ggf. Schauobjekte, die im Vorfeld organisiert werden müssen

 

7. Welche Absprachen müssen ggf. noch getroffen werden?

  • Freistellung von HausmeisterIn, SekretärIn, Reinigungspersonal, FachlehrerIn für den Tag
  • Ort und Termin der Befragung
  • Absprachen mit LehrerInnen über fächerübergreifenden Unterricht im Vorfeld
  • Information der Eltern über Ablauf des Projekttages

 

Tipps zur Vorgehensweise:

Bei der Erhebung sollten auch Unsicherheiten oder Informationsmängel auf den Checklisten vermerkt werden. Wichtig ist, dass die Listen gut leserlich ausgefüllt werden. Bei der Auswertung der Ergebnisse sollte geprüft werden, ob die Angaben vollständig und plausibel sind. Es kann durchaus sein, dass an manchen Stellen noch ein zweiter Durchgang notwendig ist.


Wichtig ist auch, dass die gesammelten Informationen so aufbereitet werden, dass sie für alle Beteiligten verständlich sind. Hat sich an der Schule ein Projektteam gebildet, so sollten die Daten dort gesammelt, dokumentiert und als Grundlage für die Entwicklung eines Konzeptes herangezogen werden. Die Präsentation der Ergebnisse sollte öffentlich sein, z.B. über eine Wandzeitung, im Rahmen einer Podiumsdiskussion oder einer Veranstaltung, zu der auch die Eltern eingeladen werden. Am Ende der Präsentation und Diskussion sollten verbindliche Erklärungen für das weitere Vorgehen stehen.

 

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