Abfalltrennung: Reine Organisationssache
Ein Plan muss her!
Die Getrenntsammlung muss sowohl dezentral im Schulgebäude als auch zentral am Containerstandplatz auf dem Schulgelände organisiert werden. Nur wenn die "Logistik" stimmt, können Ihre Bemühungen zum Erfolg führen.
Alles im Eimer - so kann Abhilfe geschafft werden
Grundsätzlich sollten die Abfälle bereits dort, wo sie entstehen, getrennt gesammelt werden. In vielen Schulen wird dies schon praktiziert.
Dafür sollten im Klassenzimmer, Fachräumen, LehrerInnenzimmer, Sekretariat etc. möglichst vier Sammelgefäße für Altpapier, Wertstoffe mit dem "Grünen Punkt", Bioabfall und Restabfall aufgestellt werden:
Farbleitsystem und Kennzeichnung
Um die richtige Befüllung zu erleichtern, sollten die Sammelgefäße für Papier und Wertstoffe mit dem "Grünen Punkt" farblich den großen Wertstoffcontainern auf dem Schulgelände entsprechen.
Für Restabfall steht die Farbe grau. Damit sofort erkennbar ist, für welche Abfälle / Wertstoffe die Gefäße bestimmt sind, können Sie die Gefäße mit Piktogrammen bekleben, die Sie kostenlos bei der Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) bestellen können.
Es handelt sich dabei um die Piktogramme, die in den Broschüren und auf den Wertstoffhöfen von aha zu finden sind. Sind in der Schule bereits geeignete Sammelgefäße vorhanden, so sollten sie weiter genutzt werden.
Der Müll ist bunt!
Die Sammelgefäße können zusätzlich mit einer farblich passenden Banderole versehen oder angestrichen werden. Um die Sortenreinheit der gesammelten Wertstoffe und Abfälle zu erhöhen können über die Sammelbehälter im Klassenzimmer, aber auch über die Wertstoffinseln im Schulgebäude als Hilfestellung Plakate oder Schilder gehängt werden.
So kann zum Beispiel zusammen mit SchülerInnen im Rahmen einer Schulaktion auf die Behälter aufmerksam gemacht werden.
Aufstellung der Sammelbehälter
Wie viele dieser Behälter Ihre Schule benötigt, hängt von der Ausstattung ab, aber auch davon, wo Sie die Behälter aufstellen möchten. Je nachdem welches Behältersystem Sie wählen, gestaltet sich auch das Trennverhalten und die anschließende Logistik unterschiedlich.
Eine Beteiligung von HausmeisterInnen, LehrerInnen, SchülerInnen und Eltern zur Anpassung des Systems an die schulischen Belange wirkt sich in jedem Fall positiv aus.
Zwei-Behälter-System
Beim 2er-System wird Papier und Pappe getrennt vom Restmüll gesammelt. Diese "Grundausstattung" sollte in allen Räumen vorhanden sein.

Zusätzlich werden an zentralen Orten (Fluren, Pausenhalle, Pausenhof, Eingangsbereich etc.) "Wertstoffinseln" mit zusätzlichen Behältern für Leichtverpackungen mit dem "Grünem Punkt" und Biomüll aufgestellt.
Vorteil:
Die Sammelgefäße stehen dort, wo der jeweilige Abfall/Wertstoff gehäuft anfällt (Papier im Klassenzimmer, Joghurtbecher, Getränkedosen, Frühstückstüten, Verpackung von Süßigkeiten, Kompostierbares in der Pause).
Die Behälter für Bioabfälle und Leichtverpackungen müssen nicht täglich geleert werden. Möglichen Diskussionen in Bezug auf Hygiene wird vorgebeugt. Die Altpapierentleerung kann von Schüler-Innen übernommen werden, so dass das Reinigungspersonal nur Restmüll im Klassenzimmer und Leichtverpackungen/Biomüll außerhalb der Klassenzimmer leeren muss.
Nachteil:
Die Gefahr besteht, dass Wertstoffe die im Klassenzimmer anfallen im Restmüll landen. Für die Wertstoffinseln auf den Fluren gibt es keine direkt verantwortlichen SchülerInnen.
Vier-Behälter-System
Beim 4er-System werden Sammelgefäße für Leichtverpackungen, Altpapier, Biomüll und Restmüll in den Klassenzimmern/Fachräumen aufgestellt.

Vorteil:
In den Klassenzimmern kann optimal getrennt werden. Die Verantwortung für die Entsorgung kann von den SchülerInnen direkt übernommen werden, indem sie "Dienste" reihum übernehmen. Das Pausenfrühstück kann in der Klasse eingenommen werden.
Nachteil:
Es fallen je Klassenzimmer nur relativ kleine Mengen Leichtverpackungen an, die trotzdem aus Hygienegründen regelmäßig geleert werden müssen. Bei Entleerung durch das Reinigungspersonal bedeutet dies einen erheblichen Mehraufwand.
Die Leerung durch die SchülerInnen: Vor allem für Erst- und Zweitklässler gestaltet sich die Leerung in die großen Entsorgungsbehälter an den Containerstationen als sehr schwierig. Die Leerung der Gefäße in den Fachräumen durch SchülerInnen ist schwierig zu organisieren.
Wenn Sie sich für dieses System entscheiden, sollten trotzdem ein oder zwei Behälter für Leichtverpackungen und Biomüllbehälter zumindest auf dem Pausenhof vorhanden sein.
Kombinierte Modelle
Ein weiteres praktiziertes Modell besteht darin, dass Sammelgefäße für Leichtverpackungen, Altpapier und Restmüll und u. U. Biomüll in den Klassenzimmern stehen. Ein Dienst ist für die Entleerung in größere Behälter in den Fluren zuständig.
Die Entleerung der größeren Sammelstationen in den Fluren, der Pausenhalle, dem Pausenhof, der Eingangshalle etc. wird entweder klassenweise reihum von älteren SchülerInnen organisiert oder vom Reinigungspersonal übernommen.
Vorteil:
Es müssen von den SchülerInnen keine weiten Wege für kleine Mengen gegangen werden.
Nachteil:
Der Organisationsaufwand ist größer. Es sind klassenübergreifende Absprachen notwendig.
Wichtig! Leerung ist Teamarbeit
Es ist wichtig, dass SchülerInnen Verantwortung für die richtige Trennung übernehmen. Die verschiedenen Sammelbehälter und ihre Standorte in der gesamten Schule müssen bekannt sein, ein Schulrundgang gerade für Erstklässler ist daher notwendig.
Er kann zu Beginn jeden Schuljahres wiederholt werden. Eine Einführung in die "Gepflogenheiten" der Schule in Sachen Abfallvermeidung und -trennung durch die KlassenlehrerInnen sollte nicht fehlen.
Jeder muss mal ran! Wer bringt den Müll raus?
Der Sammelplan sollte räumlich, zeitlich und bezüglich der Betreuung und des Wegbringens in der Klasse besprochen und geklärt werden. Entsprechend anderer SchülerInnenaufgaben kann in jeder Klasse reihum ein Dienst eingerichtet und ein Abfallbeauftragter bzw. eine Abfallbeauftragte benannt werden.
Für die Sammelbehälter außerhalb der Klassenzimmer ist es günstig, je Klasse abwechselnd immer nur ein kleines "Team" mit den Aufgaben zu betreuen. Z.B. jede Woche ist eine andere Klassenstufe damit betraut, wobei es eine Überschneidung geben sollte, um die "Neuen" einzulernen.
Die alten Hasen helfen den Neuen
Durch diesen überlappenden Wechsel und die Zusammenarbeit von jüngeren und älteren SchülerInnen kann die gemeinsame Verantwortung gestärkt werden. Außerdem können schwerere Arbeiten so von älteren SchülerInnen übernommen werden.
Auch die Entleerung aus den übrigen Räumen (LehrerInnenzimmer, Verwaltungs- und Fachräume) muss organisiert werden. Wird die Entleerung ganz oder teilweise vom Reinigungspersonal übernommen, sind die Reinigungsfirmen von dem neuen Sammelsystem zu informieren.
Das Reinigungspersonal sollte ausführlich in die getrennte Sammlung eingewiesen werden. Die Reinigungsverträge sind daraufhin zu überprüfen, ob sie mit den Zielen einer abfallarmen Schule übereinstimmen bzw. ob die in den Verträgen festgehaltenen Auflagen auch erfüllt werden.
Zentrale Abfalltrennung am Containerstellplatz
Die zentrale Abfalltrennung erfolgt am Containerstellplatz. Gerade zu Beginn der Umstellung sollte beobachtet werden, wie voll die Entsorgungsbehälter werden und was alles in die Container geworfen wird.
Diese Untersuchungen können zum Beispiel im Rahmen von Umwelt-AG-Aktionen oder innerhalb von Projekttagen durchgeführt werden. Hierzu sollte kurz vor der turnusmäßigen Entleerung durch die Müllabfuhr der Füllstand kontrolliert werden.
Brauchen wir vielleicht einen größeren Behälter?
So können die SchülerInnen sich selbst ein Urteil bilden, ob ein optimales Behältervolumen gewählt wurde. Wertstoffe im Restmüll können auf zu wenig Behältervolumen für Altpapier und Leichtverpackungen hindeuten. Andererseits empfiehlt es sich zu untersuchen, wo sich "Volumenfresser" finden lassen.
Zusammengefaltete Pappkartons und entleerte Müllsäcke schaffen eine Menge Platz in der Tonne. Wichtig ist auch zu prüfen, ob die Container öffentlich zugänglich sind und von Schulfremden zur "kostenfreien" Entsorgung genutzt werden. Eine qualitative Einschätzung der Müllzusammensetzung kann dabei ebenfalls vorgenommen werden.
Wie viel Verpackungsmüll befindet sich noch im Restmüllcontainer? Sind Einweg-Glasflaschen ein Problem? Wie sauber ist der Papiercontainer befüllt? Als Einstieg auf den Weg zu einer abfallarmen Schule bietet sich ein Müllcheck an.
zurück zu Müll macht Schule
Abfalltipp

Alte Kleider
Textilien wieder verwerten!
Auch die Sammlung von Textilien und Schuhen gehört zur Wertstoffsammlung in der Region Hannover. mehr

